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11.02.2019

Schlimme Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft

Weiterbildung zum Fetalen Alkohol-Syndrom (FADS) an der Comenius-Schule in Hilpoltstein

Hilpoltstein – „In jeder Minute wird in Deutschland ein Kind mit der Diagnose Fetales Alkohol-Syndrom geboren! Unglaublich, was in unserer Gesellschaft passiert“: Dieses Fazit zog eine Teilnehmerin der FASD-Fortbildung, die Mitte Januar  an der Comenius-Schule der Rummelsberger Diakonie in Hilpoltstein stattfand. Der Begriff FASD kommt aus dem Englischen und bedeutet Fetal Alcohol Spectrum Disorder. Referentin Dr. Gisela Bolbecher, Vorsitzende des FASD-Netzwerkes Nordbayern, zeigte den rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit Fakten auf, dass ein Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft lebenslange Folgen für das Kind haben könne.

Je nachdem, in welcher Entwicklungsphase Alkohol auf den Fötus einwirke, könnten die Kinder irreparable Schädigungen erleiden. Mit den Auswirkungen haben sie ihr Leben lang zu tun. Das Fetale Alkohol-Syndrom zeige sich zum Beispiel in Entwicklungs- und Konzentrationsstörungen, Lernschwächen und Hyperaktivität. Aber es könne sich auch auf das Sozialverhalten auswirken. Betroffene Kinder seien oft impulsiv, aggressiv und litten unter Realitätsverlust. Alkoholkonsum in der Schwangerschaft kann sich auch auf die Intelligenz des Kindes auswirken. Der messbare IQ-Wert könne im Normbereich liegen oder auf schwerwiegende kognitive Einschränkungen hinweisen. Kinder und Jugendliche mit der Diagnose FASD besuchen Regel- und Förderschulen. Sie forderten ihre Lehrkräfte und Bezugspersonen in der Regel stark heraus.

Die Referentin hat zwei Pflegekinder mit dieser Diagnose aufgenommen. Sie erzählte, wie liebenswert die Kinder sind, wenn man ihnen den Halt, die Liebe und die Strukturen gibt, die sie für ihren Alltag benötigen. Dann seien sie oft sehr eloquent, neugierig, mutig, spontan, sportlich und hilfsbereit. Dr. Bolbecher betonte, dass keine Mutter ihr Kind bewusst schädigen wolle. Die Referentin plädierte dafür, dass mehr Aufklärung nötig sei. Jeglicher Konsum von Alkohol während der Schwangerschaft solle genauso geächtet sein wie das Rauchen.

Auch brauche es mehr Möglichkeiten der Diagnostik für Kinder und Erwachsene, damit die Betroffenen wissen, warum sie so (aus-)ticken und warum sie ihr Lernen und ihr Leben schwer auf die Reihe bringen. Sie benötigten von klein auf spezielle Therapien und sollten niemals überfordert werden. „Es ist selten, dass es bei einer Fortbildung so ruhig und konzentriert war“, fasste Schulleiterin Renate Merk-Neunhoeffer zusammen. „Der Vortrag wird noch lange nachwirken und uns helfen, so manches herausfordernde Verhalten unserer Kinder in anderem Licht zu betrachten.“


Von: Renate Merk-Neunhoeffer

Ein Blick ins Podium: Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zur Weiterbildung Fetales Alkohol-Syndrom (FADS) an der Comenius-Schule in Hilpoltstein. Im Bildvordergrund zu sehen: Referentin Dr. Gisela Bolbecher und Rainer Kühlewind, Konrektor der Comenius-Schule. Foto: Renate Merk-Neunhoeffer

11.02.2019

Schlimme Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft

Weiterbildung zum Fetalen Alkohol-Syndrom (FADS) an der Comenius-Schule in Hilpoltstein

Hilpoltstein – „In jeder Minute wird in Deutschland ein Kind mit der Diagnose Fetales Alkohol-Syndrom geboren! Unglaublich, was in unserer Gesellschaft passiert“: Dieses Fazit zog eine Teilnehmerin der FASD-Fortbildung, die Mitte Januar  an der Comenius-Schule der Rummelsberger Diakonie in Hilpoltstein stattfand. Der Begriff FASD kommt aus dem Englischen und bedeutet Fetal Alcohol Spectrum Disorder. Referentin Dr. Gisela Bolbecher, Vorsitzende des FASD-Netzwerkes Nordbayern, zeigte den rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit Fakten auf, dass ein Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft lebenslange Folgen für das Kind haben könne.

Je nachdem, in welcher Entwicklungsphase Alkohol auf den Fötus einwirke, könnten die Kinder irreparable Schädigungen erleiden. Mit den Auswirkungen haben sie ihr Leben lang zu tun. Das Fetale Alkohol-Syndrom zeige sich zum Beispiel in Entwicklungs- und Konzentrationsstörungen, Lernschwächen und Hyperaktivität. Aber es könne sich auch auf das Sozialverhalten auswirken. Betroffene Kinder seien oft impulsiv, aggressiv und litten unter Realitätsverlust. Alkoholkonsum in der Schwangerschaft kann sich auch auf die Intelligenz des Kindes auswirken. Der messbare IQ-Wert könne im Normbereich liegen oder auf schwerwiegende kognitive Einschränkungen hinweisen. Kinder und Jugendliche mit der Diagnose FASD besuchen Regel- und Förderschulen. Sie forderten ihre Lehrkräfte und Bezugspersonen in der Regel stark heraus.

Die Referentin hat zwei Pflegekinder mit dieser Diagnose aufgenommen. Sie erzählte, wie liebenswert die Kinder sind, wenn man ihnen den Halt, die Liebe und die Strukturen gibt, die sie für ihren Alltag benötigen. Dann seien sie oft sehr eloquent, neugierig, mutig, spontan, sportlich und hilfsbereit. Dr. Bolbecher betonte, dass keine Mutter ihr Kind bewusst schädigen wolle. Die Referentin plädierte dafür, dass mehr Aufklärung nötig sei. Jeglicher Konsum von Alkohol während der Schwangerschaft solle genauso geächtet sein wie das Rauchen.

Auch brauche es mehr Möglichkeiten der Diagnostik für Kinder und Erwachsene, damit die Betroffenen wissen, warum sie so (aus-)ticken und warum sie ihr Lernen und ihr Leben schwer auf die Reihe bringen. Sie benötigten von klein auf spezielle Therapien und sollten niemals überfordert werden. „Es ist selten, dass es bei einer Fortbildung so ruhig und konzentriert war“, fasste Schulleiterin Renate Merk-Neunhoeffer zusammen. „Der Vortrag wird noch lange nachwirken und uns helfen, so manches herausfordernde Verhalten unserer Kinder in anderem Licht zu betrachten.“


Von: Renate Merk-Neunhoeffer

Ein Blick ins Podium: Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zur Weiterbildung Fetales Alkohol-Syndrom (FADS) an der Comenius-Schule in Hilpoltstein. Im Bildvordergrund zu sehen: Referentin Dr. Gisela Bolbecher und Rainer Kühlewind, Konrektor der Comenius-Schule. Foto: Renate Merk-Neunhoeffer