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16.11.2018

Als die Bilder laufen lernten

Rummelsberger Diakonie lädt zum Forum in die Philippuskirche in Rummelsberg ein.

Rummelsberg – Als Dr. Thomas Greif, Leiter des Rummelsberger Diakoniemuseums, in der Philippuskirche ans Rednerpult trat, wurde schnell klar, dass er an diesem Abend jemand ganz anderer ist: Er führte in der Rolle von Pfarrer Julius Kelber durch das Rummelsberger Forum. Kelber hatte als Leiter der Evangelischen Bildkammer Bayern in den 20er Jahren mehrere Sozialdokumentationen gedreht, die als Wanderkino in fast allen bayerischen Kirchengemeinden zu sehen gewesen waren – als Stummfilme.

Bei der Begrüßung dankte der Vorstandsvorsitzende der Rummelsberger Diakonie, Dr. Günter Breitenbach, dem scheidenden Bezirkstagspräsidenten Richard Bartsch für die gute Zusammenarbeit und begrüßte Landrat Armin Kroder mit den Worten: „Lieber Herr Kroder, zu uns mussten Sie heute Abend als neuer Bezirkstagspräsident nicht extra kommen, Sie sind sowieso da als unser Landrat im Nürnberger Land.“ Auf die Entwicklung der Rummelsberger Diakonie eingehend, zeigte sich Breitenbach zuversichtlich die Anforderungen der kommenden Zeit gut bewältigen zu können. Altenhilfe, Behindertenhilfe und Jugendhilfe stellen sich ganz unterschiedlichen Herausforderungen und entwickeln ihre ambulanten und stationären Angebote weiter. In den Schulen und Studiengängen werden zeitgemäße Lernformen entwickelt und in die Praxis umgesetzt. Die Diakonische Akademie ist ein Selbstläufer und die Projekte der Praxisforschung erweisen ihre Nützlichkeit.

Im Mittelpunkt des Forums standen Stummfilme, die eindrücklich die Rolle der bayerischen Diakonie zwischen Monarchie, Demokratie und heraufziehender Diktatur darstellen, wie Vorstandsvorsitzender Dr. Günter Breitenbach weiter ausführte.

Anhand der Stummfilme, die in Ausschnitten das erste Mal seit fast 100 Jahren wieder öffentlich gezeigt wurden, wurde die Entwicklung, vor allem in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung, deutlich. „In den Filmen wurden Menschen in ihrem Anders-Sein das erste Mal gezeigt und auch akzeptiert – das war der Anfang dessen, was wir heute als Inklusion bezeichnen“, erklärte Thomas Greif als Julius Kelber. Das Medium Film war Ende der 1920er Jahre eine völlig neue Möglichkeit, große Menschenmengen mit einer Botschaft zu erreichen. Und die Meinungen dazu gingen auseinander – als unmoralisch und die Jugend verderbend war das Kino verschrien. Trotzdem setze sich Julius Kelber durch, mit Werken wie „Das unsichtbare Königreich“, „Sprechende Hände“ und „Dienen will ich“.

Die Filmausschnitte wurden an diesem Abend begleitet von Ulrich Nehls, der am E-Piano Stummfilm-Improvisationen spielte. Der Komponist hatte bereits mehrere seiner eigenen Werke in der Philippuskirche uraufgeführt.

Im Anschluss an den Vortrag in der Kirche waren die Gäste zum Empfang ins Besucherzentrum geladen. Das Catering Toleranz der Lebenshilfe in Nürnberg bot – passend zum Thema – ein Fingerfood-Buffet an, die Kolleginnen und Kollegen, die an diesem Abend für den Service verantwortlich waren, hatten sich in Federboas und Zylinderhüte gekleidet, um den historischen Rahmen perfekt zu machen. Der Ausflug in die 1920er Jahre schaffte das passende Umfeld für Gespräche und Austausch zwischen Mitarbeitenden der Rummelsberger Diakonie, Vertretern aus Politik und Kirche und vielen anderen Gästen.

Auch die Ausstellung „Feldlazarett und Wanderkino“ war geöffnet und konnte kostenlos besucht werden.

Die Ausstellung wird noch bis Mitte Juli 2020 jeweils Dienstag, Donnerstag und Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr im Diakoniemuseum zu sehen sein. Das Wanderkino-Programm ist – inklusive musikalischer Live-Begleitung – ebenfalls bis zu diesem Zeitpunkt buchbar. Alle Informationen zur Ausstellung und zum Wanderkino finden Sie unter www.diakoniemuseum.de


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16.11.2018

Als die Bilder laufen lernten

Rummelsberger Diakonie lädt zum Forum in die Philippuskirche in Rummelsberg ein.

Rummelsberg – Als Dr. Thomas Greif, Leiter des Rummelsberger Diakoniemuseums, in der Philippuskirche ans Rednerpult trat, wurde schnell klar, dass er an diesem Abend jemand ganz anderer ist: Er führte in der Rolle von Pfarrer Julius Kelber durch das Rummelsberger Forum. Kelber hatte als Leiter der Evangelischen Bildkammer Bayern in den 20er Jahren mehrere Sozialdokumentationen gedreht, die als Wanderkino in fast allen bayerischen Kirchengemeinden zu sehen gewesen waren – als Stummfilme.

Bei der Begrüßung dankte der Vorstandsvorsitzende der Rummelsberger Diakonie, Dr. Günter Breitenbach, dem scheidenden Bezirkstagspräsidenten Richard Bartsch für die gute Zusammenarbeit und begrüßte Landrat Armin Kroder mit den Worten: „Lieber Herr Kroder, zu uns mussten Sie heute Abend als neuer Bezirkstagspräsident nicht extra kommen, Sie sind sowieso da als unser Landrat im Nürnberger Land.“ Auf die Entwicklung der Rummelsberger Diakonie eingehend, zeigte sich Breitenbach zuversichtlich die Anforderungen der kommenden Zeit gut bewältigen zu können. Altenhilfe, Behindertenhilfe und Jugendhilfe stellen sich ganz unterschiedlichen Herausforderungen und entwickeln ihre ambulanten und stationären Angebote weiter. In den Schulen und Studiengängen werden zeitgemäße Lernformen entwickelt und in die Praxis umgesetzt. Die Diakonische Akademie ist ein Selbstläufer und die Projekte der Praxisforschung erweisen ihre Nützlichkeit.

Im Mittelpunkt des Forums standen Stummfilme, die eindrücklich die Rolle der bayerischen Diakonie zwischen Monarchie, Demokratie und heraufziehender Diktatur darstellen, wie Vorstandsvorsitzender Dr. Günter Breitenbach weiter ausführte.

Anhand der Stummfilme, die in Ausschnitten das erste Mal seit fast 100 Jahren wieder öffentlich gezeigt wurden, wurde die Entwicklung, vor allem in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung, deutlich. „In den Filmen wurden Menschen in ihrem Anders-Sein das erste Mal gezeigt und auch akzeptiert – das war der Anfang dessen, was wir heute als Inklusion bezeichnen“, erklärte Thomas Greif als Julius Kelber. Das Medium Film war Ende der 1920er Jahre eine völlig neue Möglichkeit, große Menschenmengen mit einer Botschaft zu erreichen. Und die Meinungen dazu gingen auseinander – als unmoralisch und die Jugend verderbend war das Kino verschrien. Trotzdem setze sich Julius Kelber durch, mit Werken wie „Das unsichtbare Königreich“, „Sprechende Hände“ und „Dienen will ich“.

Die Filmausschnitte wurden an diesem Abend begleitet von Ulrich Nehls, der am E-Piano Stummfilm-Improvisationen spielte. Der Komponist hatte bereits mehrere seiner eigenen Werke in der Philippuskirche uraufgeführt.

Im Anschluss an den Vortrag in der Kirche waren die Gäste zum Empfang ins Besucherzentrum geladen. Das Catering Toleranz der Lebenshilfe in Nürnberg bot – passend zum Thema – ein Fingerfood-Buffet an, die Kolleginnen und Kollegen, die an diesem Abend für den Service verantwortlich waren, hatten sich in Federboas und Zylinderhüte gekleidet, um den historischen Rahmen perfekt zu machen. Der Ausflug in die 1920er Jahre schaffte das passende Umfeld für Gespräche und Austausch zwischen Mitarbeitenden der Rummelsberger Diakonie, Vertretern aus Politik und Kirche und vielen anderen Gästen.

Auch die Ausstellung „Feldlazarett und Wanderkino“ war geöffnet und konnte kostenlos besucht werden.

Die Ausstellung wird noch bis Mitte Juli 2020 jeweils Dienstag, Donnerstag und Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr im Diakoniemuseum zu sehen sein. Das Wanderkino-Programm ist – inklusive musikalischer Live-Begleitung – ebenfalls bis zu diesem Zeitpunkt buchbar. Alle Informationen zur Ausstellung und zum Wanderkino finden Sie unter www.diakoniemuseum.de


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