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Schneller Scannen mit neuem Computer

Wichernhaus-Werkstätten der Rummelsberger Diakonie bauen den Bereich Dia-Scan aus – Computer gespendet

Altdorf – Die Wichernhaus-Werkstätten in Altdorf wollen die Abteilung Dia-Scan ausbauen. Dort digitalisieren und bearbeiten aktuell fünf Beschäftigte Dias für Kunden aus der Region. Damit die Bilder professionell bearbeitet werden können, erhielt die Einrichtung der Rummelsberger Diakonie nun einen leistungsstarken Computer als Spende.

Fotos vom ersten Urlaub am Meer, Hochzeitsbilder, das Baby auf dem Arm der frischgebackenen Eltern: Manchmal wollen die Auftraggeber in Erinnerungen schwelgen und die alten Fotos sollen zu Hochzeiten oder runden Geburtstagen gezeigt werden. Damit die Erinnerung an die Jugend wieder in frischen Farben strahlt, bearbeitet Carmen del Plato die digitalen Dateien am PC mit einem Bildbearbeitungsprogramm. „Ich entferne Flecken auf den Bildern, die durch langes Lagern entstanden sind oder korrigiere die Farbigkeit, denn die Aufnahmen werden mit den Jahren oft blau- oder grünstichig“, erklärt die 31-Jährige, die seit ihrer Kindheit im Rollstuhl sitzt.

Seit einem Jahr arbeitet sie im Bereich Dia-Scan. Zu Beginn hat sie Dias in sogenannte Scanner-Magazine eingeordnet, die dann vom Computer nach und nach gescannt wurden. Sie hat die Aufnahmen abgespeichert und die Kollegen haben die Bildbearbeitung übernommen. Heute schafft sie mit dem neuen Rechner 50 bis 100 Bilder am Tag und hilft beim Anlernen neuer Beschäftigter. Gerade schaut ihr Sabine Keil (19) über die Schulter, die erst vor vier Monaten in den Wichernhaus-Werkstätten begonnen hat.

Carmen del Plato arbeitet bereits seit vier Jahren in der Einrichtung der Rummelsberger Diakonie. Angefangen hat sie in Halle 1 in der Verpackung. Aber Schrauben sortieren und Gewinde zusammenbauen, das war ihr auf Dauer zu langweilig. „Ich wollte mehr mit dem Kopf arbeiten“, erzählt die gebürtige Zirndorferin.

Also wandte sie sich an ihren Gruppenleiter. „Ich dachte mir gleich, dass Carmen die Arbeit am Computer Spaß machen könnte“, erzählt Oliver Radtke. Bei der Rummelsberger Diakonie arbeiten verschiedene Stellen eng zusammen, damit Menschen mit Behinderung ihr Leben so gestalten können, wie sie es möchten. Case-Manager, Mitarbeiter vom pädagogischen Fachdienst und die Werkstatt-Leitung besprechen gemeinsam, wie sie die Wünsche der Beschäftigten umsetzen können.

Carmen del Plato freut sich über ihren neuen Arbeitsplatz im Bereich Dia-Scan: „Die Arbeit ist abwechslungsreich und macht großen Spaß.“ Den Computer im Wert von 600 Euro hat Karl Friedrich Schröder, Geschäftsführer des Rothsee-Netzwerkes in Allersberg gespendet. „Ich unterstütze es, dass die Mitarbeiter der Wichernhaus-Werkstätten so hochwertige Arbeit leisten können“, sagt er.

Der neue PC ist ein erster Schritt. „Da wir von Jahr zu Jahr mehr Fotos bearbeiten, können wir den Bereich Bild-Digitalisierung ausbauen“, freut sich Werkstatt-Leiterin Sandra Hohlfeld. Interessierte Nachwuchskräfte gibt es schon: Sabine Keil zum Beispiel, die sich gerade die Abteilung anschaut. „Dia-Scan ist spannend“, sagt sie und schaut sich mit Carmen del Plato die nächste Aufnahme an. Und dann fangen beide an zu kichern: „Schau mal, die Brille auf dem Foto sieht voll retro aus.“

Heike Reinhold

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Carmen del Plato bearbeitet am neuen Rechner 50 bis 100 Dias am Tag. Karl Friedrich Schröder (Mitte), Geschäftsführer des Rothsee-Netzwerkes in Allersberg, hat den Computer den Wichernhaus-Werkstätten in Altdorf gespendet. Foto: Heike Reinhold